Wir wollten, dass jeder, wirklich jeder hier Webseiten bauen kann

Tobias
24.11.2017 0 5:20 min

Über Design-Systeme, unsere Pattern Library und das, was wir 2018 noch vorhaben

Nachdem wir unsere alte Pattern Library abgeschaltet hatten, haben wir schon Ende 2016 einen Schwung neuer Patterns entworfen. Wir wollten es diesmal besser machen; die Art und Weise, wie wir Webseiten bauen grundlegend verändern. “Wir wollten, dass jeder, wirklich jeder hier Webseiten bauen kann.” erinnert sich Sam. Auch visuell musste was passieren:

Unser Ziel war und ist es, das Design weltklasse zu machen. Eckig und knallig. Es sollte nicht zu brav sein.

Ein Jahr voller Krisenmeetings

So sind wir ultra motiviert ins Jahr 2017 gestartet. Niemand von uns hat geahnt, dass es eine echte Zerreißprobe werden sollte. Für uns als Team, aber vor allem auch für die Pattern Library. Wir haben das Content Management System von Hubspot zu einem klitzekleinen Teil lieben, aber vor allem auch zu hassen gelernt. Wir mussten unfassbar viele Altlasten aus dem Weg räumen und Systeme anfassen, an die sich jahrelang niemand mehr rangetraut hat. Apropos “Dinge anfassen, an die sich jahrelang niemand mehr rangetraut hat”… ach… nee… Jedenfalls hat das alles wahnsinnig viel Zeit, Schweiß und Peroni gekostet. Es war ein Jahr voller Krisenmeetings.

Unserer Vision ein gutes Stück näher gekommen

Es war aber notwendig meint Mathias:

Das letzte Jahr half uns zu verstehen, dass wir eigentlich ein Produkt-Team sind. Die Pattern Library ist unser Produkt. Die Leute, die hier an unseren Webseiten arbeiten wollen, sind unsere Kunden. Ich habe jetzt langsam das Gefühl, dass wir unserer Vision ein gutes Stück näher gekommen sind.

Wir haben mit WordPress ein CMS gefunden, das für uns sehr gut funktioniert. Jeder kann damit jetzt endlich Webseiten bauen, ohne programmieren lernen zu müssen.

Viele Leute hier haben uns bei den User Tests unterstützt, die wir durchgeführt haben, um ein passendes CMS zu finden – als Teilnehmer, Interviewer oder Protokollant. Dabei haben wir unheimlich viel gelernt.

Die wertvollste Errungenschaft hat Alex Vogt sehr schön auf den Punkt gebracht:

Wir haben ein modulares System für unsere Webseiten geschaffen. Zum ersten mal können wir Content, Design und Patterns unabhängig voneinander bearbeiten. Jeder kann sich auf seinen Verantwortungsbereich fokussieren. Das macht uns super schnell.

Alla Kholmatova, die uns letztes Jahr half, den “Purpose First”-Ansatz zu entwickeln, hat unsere Geschichte sogar in ihrem kürzlich erschienenen Buch “Design Systems” erzählt.

Trotzdem sind einige unserer Webseiten – z.B. die von sipgate basic und simquadrat – noch nicht mit der neuen Pattern Library umgesetzt. Wir haben aber die Hoffnung, dass sich die Situation nächstes Jahr etwas entspannt und wieder Teams daran arbeiten können.

Apropos “nächstes Jahr”

In 2018 haben wir viel vor. Wir sehen die Pattern Library als einen Teil unseres Design-Systems, das in Zukunft noch viel mehr enthalten und dabei immer besser werden soll. “Was wir für unsere Webseiten geschafft haben, wollen wir für die gesamte User Journey schaffen.” erklärt Mathias. Das ist kein einmaliger Aufwand, sondern kontinuierliche Arbeit. Wir wollen unbedingt vermeiden, jemals wieder so viele Altlasten abbauen zu müssen.

Die zentrale Anlaufstelle dafür wird sipgatedesign.com. Alexander Pinekenstein stellt sich das so vor:

Wir wollen auf sipgatedesign.com unser 1A-Design-System für jeden sichtbar machen – inkl. Changelog, Doku und allem Pipapo. Kollegen bei sipgate soll es so einfach wie möglich gemacht werden, damit zu arbeiten. Leute von draußen sollen davon lernen können.

Es soll regelmäßige Schulungen geben, damit wirklich jeder hier an Webseiten arbeiten kann. Wir können uns auch vorstellen auf Konferenzen zu sprechen, ein Designblog zu starten, unsere Pattern Library als Buch zu drucken, … Ideen gibt es viele.

Ein neues Design für sipgate

Außerdem steht 2018 ein großes Redesign an. Zum ersten Mal seit dem Start von sipgate wollen wir unser Corporate Design komplett überarbeiten. Alex Vogt erklärt:

Wir sind in vielen Bereichen weit vorne und machen Dinge, die andere nicht können. Das sieht und fühlt man in der Außenkommunikation aber nicht konsequent genug. Mit den neuen Patterns haben wir Innensicht und Außenwirkung schon näher zusammengebracht. Mit dem neuen Corporate Design sollen sich beide treffen.

Mit genau diesem Briefing sind Tim und ich Anfang des Jahres zu dem Düsseldorfer Designstudio G31 gegangen. Wir wollten, dass das, was wir sind und was Besucher bei uns spüren, auch in unserem Corporate Design spürbar wird. Nach mehreren Kennenlern-Meetings war klar, dass Thao, Marc, Mats und Paul von G31 erstens super nett, zweitens kompetent und drittens die richtigen sind, um uns bei dieser Aufgabe zu helfen.

Wir treffen uns seitdem regelmäßig, geben Feedback, beantworten Fragen und finden gemeinsam heraus, was wir eigentlich wollen und brauchen. Natürlich haben wir zu der Gestaltung auch Feedback aus den eigenen Reihen eingeholt.

Paul, Thao und Marc (v. l. n. r.) arbeiten zusammen mit Mats (hinter der Kamera) an unserem neuen Corporate Design. An der Wand hängen Design-Studien und ausgearbeitete Entwürfe für Logos und Anzeigen (Stand: September 2017)

So haben wir mittlerweile eine Richtung eingeschlagen, von der wir denken, dass sie super funktionieren und dabei richtig gut aussehen wird. Aktuell überprüfen wir, wie sich das Design in unterschiedlichen Kontexten verhält – also z.B. im Web, auf Autos, Rechnungen, usw. – um herauszufinden, wo es noch Optimierungsbedarf gibt.

Zwei Monate später: Tim und ich diskutieren den aktuellen Stand mit Thao und Paul. Wer genau hinsieht, erkennt, dass sich das Design in der Zwischenzeit stark verändert hat.

Wann genau das neue Design kommt, kann ich nicht abschätzen. Ich bin mir aber sicher, dass die Integration in unser Design-System 2018 eine zentrale Aufgabe sein wird. Wie genau das ablaufen wird, müssen wir gemeinsam herausfinden. Ich bin mega heiß drauf.

Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form im sipgate Jahrbuch 2017.

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